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Fehlerhafte Skiausrüstung

Nicht nur Touristen, auch immer mehr Einheimische leihen sich regelmäßig Ski. Kein Wunder, kommt man so doch in den Genuss stets aktueller Modelle und bestens präparierter Ski. Für andere Skibegeisterten mögen wiederum die Vorteile eigener Schi überwiegen.

Ob nun geliehene oder eigene Ski, nicht selten ergeben sich Skiunfälle aufgrund fehlerhafter Skiausrüstung. Allen voran aufgrund fehlerhaft eingestellter Bindung. Aber wer haftet eigentlich für einen Schaden, wenn ein Unfall aufgrund fehlerhafter Skiausrüstung passiert?

Skivermieter und Sportartikelverkäufer haften bei fehlerhafter Skiausrüstung

Der OGH leitete in seiner Entscheidung 3 Ob 38/97b aus dem Rücksichtnahmegebot der FIS-Regel Nr 1 ab, dass es zu den Verhaltenspflichten eines alpinen Skifahrers gehöre, die Bindungseinstellung durch einen Fachmann vornehmen zu veranlassen. Der Skivermieter, der Bindungseinstellungen vornimmt, ist als Fachmann anzusehen. Der Skivermieter haftet also für Schäden, die aus einer fehlerhaften Skiausrüstung entstehen und zwar für sein eigenes Verschulden und für das seiner Leute. Gleiches gilt auch für Sportartikelverkäufer. Oftmals wird dort beim Kauf von Ski die Bindung gleich auf die eigenen Skischuhe eingestellt.Ist die Skiausrüstung selbst mangelhaft, so gibt es spezielle Sonderhaftpflichtbestimmungen. Aber auch diesem Fall kann der Skivermieter, der defekte Ausrüstung vermietet, als „Inverkehrbringer“ des fehlerhaften Produktes haften.

Wie kann fehlerhafte Skiausrüstung bewiesen werden

Das fehlerhafte Skiausrüstung schuld am Unfall war, muss der Kläger und somit in der Regel der Verunfallte beweisen, wobei hier der sogenannte „Anscheinsbeweis“ genügt. Der Anscheinsbeweis erlaubt, aufgrund von Erfahrungssätzen und Schlüsse von bewiesenen auf zu beweisende Tatsachen zu ziehen. Beispielsweise schloss der OGH (3 Ob 38/97b = ZVR 1997/117) aus der Tatsache des Auslösens der Bindung während einer Abfahrt und ohne Sturz, dass die Einstellung fehlerhaft gewesen sein muss. Es ist dann Sache des Beklagten, zu beweisen, dass ein anderes Ereignis mindestens genauso ursächlich für den Sturz war.

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